Hippotherapie · therapeutisches Reiten

Pferde als Therapeuten

Hippotherapie – das sei „Physiotherapie auf dem Rücken des Pferdes“ erklärt uns Sabine Herter. Die Physiotherapeutin, die auch in Gerlingen eine Praxis betreibt, bietet gemeinsam mit zwei Kolleginnen seit vielen Jahren diese besondere Therapieform für Kinder und Erwachsene an. Das wichtigste Teammitglied, das Therapiepferd Herkules, steht allerdings auf dem Schönblickhof in Hirschlanden.

Der 15-jährige Württemberger Wallach Herkules, das Pferd von Sabine Herters Tochter Katharina Woodland, ist schon seit einiger Zeit dabei.

Natürlich muss auch ein liebes und ruhiges Pferd zunächst als Therapiepferd ausgebildet werden. Es muss an der Aufstiegsrampe ruhig bleiben und es muss sofort stehen bleiben, wenn sein Reiter ins Rutschen gerät. Außerdem muss es top in Form sein. Nur ein gut gerittenes Pferd ist ausgeglichen und verfügt über eine ausgeprägte und kräftige Rückenmuskulatur. Diese ist maßgebend für die Therapie.

 

Mit 80 bis 120 Schritten pro Minute simuliert das Pferd den Takt des menschlichen Gangs. Sein locker schwingender Rücken überträgt diese dreidimensionale Bewegung auf Becken und Rumpf des Reiters. Diese natürliche Bewegung hilft, verkrampfte Muskeln und allgemeine Spasmen zu lösen; der „normale“ Muskeltonus des Menschen unterstützt die Stabilisierung des Rumpfes und die Aufrichtung der Wirbelsäule. Während der Stunde orientiert sich das Pferd ganz an einem Helfer, der das Pferd führt, während sich der Therapeut aufmerksam und engagiert um seinen Patienten kümmert. „Mit dem Pferd können vor allem bei Patienten mit neurologischen Störungen Besserung und Linderung erreicht werden, etwa bei Schädel-Hirn-Traumata, multipler Sklerose und vor allem bei Kindern mit spastischen Lähmungen“ erläutert Sabine Herter. Zwei Mal in der Woche bieten Sabine Herter und ihre Kolleginnen die besondere Therapiestunde an, je nach Wetter auch gerne draußen.

Autor: Franziska Herget

Dieser Artikel erschien im Magazin Puls Lifestyle

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